Monika Roß-Belkner

So gesprochen beim Neujahrsempfang der Bezirksvertretung am 18. Januar

 

Was hat uns bewegt?

 National und international waren es wohl die unterschiedlichsten Themen. Ich will aber gar keinen Ausflug in die Große Politik wagen und gleich in Köln bleiben.

 Und in Köln bewegt der Masterplan und macht  Schlagzeilen.

 Niemand weiß genau wie sich Köln bis 2050 entwickelt. Doch seit Kölner Unternehmer der Stadt eine Cityplanung  spendiert haben, blühen die Visionen:

 Autos werden in der Kölner Innenstadt in 30 bis 40 Jahren kaum mehr zum Straßenbild gehören. Mit Bahn, Fahrrad und zu Fuß werden sich die Stadtbewohner und Besucher fortbewegen. Durch noch mehr Brücken werden die beiden Kölner Rheinufer miteinander verbunden sein. Die Plätze der Stadt werden attraktiv gestaltet sein und die gesamte multikulturelle Einwohnerschaft Kölns wird das Leben in der schönen sauberen Stadt genießen.

 Soweit zur Innenstadt. Wenn ich nun Visionen für den Stadtbezirk entwickele, könnte das so aussehen:

 Die Rodenkirchener Riviera wird mit dem neuen Rheinauhafen durch einen wunderbar gestalteten Rheinboulevard verbunden sein. Die Rodenkirchener Brücke ist beidseitig beleuchtet. Der ÖPNV ist weiter ausgebaut. Die Stadtbahn führt über Rondorf nach Meschenich. Ein gut ausgebautes Fahrradwegesystem durchzieht die Stadt und verbindet alle Stadtteile. Ein lang gestreckter Rheinufertunnel bis zur Bismarcksäule bringt die Menschen an den Fluss. Durch Tieferlegung der Stadtbahn verschwinden die beiden Schranken in Rodenkirchen. Eine neue Autobrücke verbindet den Kölner Süden mit dem anderen Rheinufer. Das Auskiesungsgebiet in Immendorf und Meschenich ist zu einer großzügigen Freizeit- und Erholungslandschaft gestaltet. Für das vielfältige Vereinsleben gibt es ausreichend Versammlungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten. Die Parks und Grünanlagen sind bestens gepflegt. Ein modernes Rathaus mitten in Rodenkirchen steht für Bürgernähe und 1 a Bürgerservice. Das Großmarktgelände gehört zum dritten Grüngürtel mit ausgedehnten Sportmöglichkeiten und einem sich anschließenden Fachhochschulcampus und vieles andere mehr.

 Doch kommen wir zum Alltag und zu den Möglichkeiten einer Bezirksvertretung ohne Finanzhoheit und ohne weitgehende Beschlussrechte. Uns geht es um das gute Miteinander aller Generationen, der Alt- und Neubürger, der Arbeitnehmer und Unternehmer, Betriebe und Einrichtungen. Alle sollen dabei bedacht werden, wobei Focus die JUNGE GENERATION hat. Von ihrer Bildung hängt nun einmal  ihre und unsere Zukunft  ab.

 Es beginnt in jungen Jahren mit dem massiven Ausbau der Kinderbetreuung für die unter  Dreijährigen in vielen Gruppen unseres SB. In 2009 ist eine Versorgungsquote  von 20 Prozent angestrebt, bis 2013 sogar von 40 Prozent. Erfreulicherweise konnten alle Kindergärten, die die beiden Kirchen aufgegeben haben, in neue Trägerschaften vermittelt werden. Die OGTS ist ein Erfolgsschlager. Die Nachfrage steigt ständig. Der erforderliche Raumbedarf auch für Übermittagsbetreung kann so schnell gar nicht geschaffen werden. Dabei haben wir im Juni den Grundstein für den Neubau der Gesamtschule Rodenkirchen gelegt und gerade den Erweiterungsbau des Gymnasiums Rodenkirchens sowie den Erweiterungsbau für das Berufskolleg Zollstock eingeweiht. Just in diesen Tagen hat die englische Schule in Rondorf ihren Schulbetrieb aufgenommen. Die Schulen des Stadtbezirks  verfügen insgesamt über einen sehr guten Zustand, auch wenn es derzeit in der Cäsarstraße in der Ausführung hakt, und auch die gesamte Bandbreite der Schullandschaft ist vorhanden.  Wir verfolgen weiterhin das Ziel, eine europäische Schule im SB anzusiedeln. Neben der äußeren Hülle bedarf es aber auch einer guten Führung und der Inhalte. Es ist gelungen, die vakanten Schulleiterstellen in Meschenich und in der Cäsarstraße zu besetzen. Weiter offen ist leider die Schulleiterstelle in der Annastr.

 Wir wissen, dass in Bildung und Erziehung noch manches im Argen liegt und wir zu einer neuen Wertschätzung des Lernens und der Bildung kommen müssen. In der Schule soll fördern und fordern gleichberechtigt nebeneinander stehen. Zur Menschenbildung gehören unter anderem die Kunst- und die Musikerziehung, zur allgemeinen Bildung eine Lese- und Lernkultur trotz aller optischen und akustischen Medien, die heute auf die Kinder einwirken. Von daher sind wir froh, im Stadtbezirk um die Jugendkunstschule, die junge Kammeroper  und die Stadtteilbibliothek, die außerschulisch sehr rege sind und deren langfristiger Erhalt uns sehr am Herzen liegt. Auch Finkens Garten als naturnahes Erleben reiht sich hier ein.

 Eine Reihe von Spielplätzen wurden saniert und neu möbiliert, so in Rodenkirchen, Raderberg, Marienburg, Zollstock  und Immendorf und wir konnten neue Spielplatzpaten gewinnen. In den Ferien werden immer wieder Spielaktionen durchgeführt. Hervorragend angenommen wird die neue Skateranlage im Vorgebirgspark, die wir aus Bezirksmittel errichten konnten. Zwei Maßnahmen zur Verbesserung  der Familienfreundlichkeit und des Kinderschutzes wurden installiert. Einmal die Kinder-Willkommens-Besuche bei Eltern mit Neugeborenen, die in unserem Stadtbezirk der Kinderschutzbund betreut. Zum anderen der Aufbau eines Sofortdienstes bei akuter Gefährdung des Kindeswohls.

 Auch der Jugend gilt unser Augenmerk. Wir sind froh wieder einen eigenen bezirklichen Jugendpfleger zu haben, der sich engagiert kümmert und mobile offene Angebote schafft mit Vereinen wie Haus der Familie, Köln kickt oder auch kid smiling. Wir haben eine runden Tisch Jugend installiert und neue Mitternachtssportangebote geschaffen. Streetworker sind im Einsatz und die Zusammenarbeit mit der Polizei läuft gut. Es bestehen gute Aussichten, dass in Rondorf in diesem Jahr mit dem Bau eines Jugend- und Nachbarschaftshauses begonnen wird.

 Gerade Rondorfer Jugendliche machen immer wieder stadtweit Schlagzeile. Von daher wäre ein Umdenken städtischer Förderpolitik wünschenswert: weg von der Brennpunktpolitik, hin zur Präventionspolitik. Es ist nötig auch in bürgerlichen Stadtteilen eine Infrastruktur zu schaffen, nicht erst wenn es zu spät ist.

 Es  ist aber auch wichtig, Jugend in Arbeit zu bringen. Hier bewegen sich Schulen und Arbeitgeber gut aufeinander zu und gehen Kooperationen ein. Unterstützend sind im Stadtbezirk ein Jobcenter und eine Kompetenzagentur für Arbeit angesiedelt. Eine Vielzahl von Maßnahmen, offensichtlich: wer was werden soll, braucht Zuwendung.

 Als zweitem Schwerpunkt geht es darum, ein modernes Köln zu bauen, das weltoffen ist  und liebenswert bleibt, in dem die Menschen sich wohl fühlen. Die Steigerung der Lebensqualität ist ein multiples Thema mit vielen Aspekten. Zentral bleibt das Thema Sauberkeit. Eine saubere Stadt bestimmt wesentlich das Wohlbefinden der Bürger und Bürgerinnen und hat zudem große Bedeutung für die Wirtschaft. Viele Anstrengungen wurden hier bereits unternommen. Unter anderem haben wir drei bezirkliche Ordnungsermittler erhalten. Positive Entwicklungen sind zu vermelden, was uns auch von Bürgern bescheinigt wird. Trotzdem sind wir alle hier immer wieder gefragt, mitzutun. Wilde Müllablagerungen, umgeknickte Straßenschilder und vermehrte Graffittischmiereien der letzten Wochen machen gute Ansätze vielfach zunichte. Auch gepflegte Parks und Grünflächen mit dem vielen Straßenbegleitgrün prägen das städtische Erscheinungsbild. All denen Dank, die sich durch Spenden oder ehrenamtliche Aktivität in der Pflege von Grünflächen und Beeten auf  die unterschiedlichste Art engagieren. Wir als Stadtbezirk haben erstmals Sondermittel erhalten (125.000,-- für 2008 und 200.000,-- für 2009), die wir  nach eigenen Prioritäten  für Sauberkeit und Grünpflege und die Möbilierung mit Bänken und Papierkörben zur Verbesserung des Erscheinungsbildes verwenden können. Diese Maßnahmen werden in den nächsten Wochen mit Nachdruck umgesetzt und es werden damit auch viele Eingaben zum Bürgerhaushalt realisiert.

 Zum Thema gehört aber auch ein guter Straßenzustand, der laufend verbessert wird und der Aspekt Sicherheit. Hier freuen wir uns, dass die Polizei ab März mit 80 Mitarbeitern zum Maternusplatz zieht. Auch eine bürgerfreundliche und dienstleistungsorientierte Verwaltung leistet ihren Beitrag zu Steigerung der Lebensqualität. Dabei geht es weniger um verlängerte Öffnungszeiten, sondern vielmehr um wesentliche Dienstleistungen vor Ort. Mit der Verabschiedung des Konzeptes „Optimierte Dienstleistung – im Bezirk“ sind wir diesem Ziel ein Stück näher gekommen. Gekrönt soll das Ganze dann werden in jetzt nur noch vier Jahren - mit einem neuen Rathaus an der heutigen Stelle, wobei uns heute schon Fragen der Auslagerung als auch der Baudurchführung beschäftigen. Eine zweite langjährige Baustelle nach dem Maternusplatz können wir der Rodenkirchener Geschäftswelt nicht noch einmal zumuten.

 Wir hier vor Ort haben uns Bürgernähe, Bürgerrechte und Bürgerbeteiligung auf die Fahnen geschrieben. Mit monatlichen Bürgerberatungen, Bürgersprechstunden, Einbürgerungen und Ausstellungseröffnungen versuchen wir unseren Teil dazu beizutragen.

 Weitere Schlaglichter aus unserer Bezirksarbeit.

 

 

 

So gesprochen beim Neujahrsempfang der Bezirksvertretung am 18. Januar